Einst lebten unter den Inselfriesen
Käämper genannt, riesige Riesen.
Sie schützten die Sylter mit Pfeil und Bogen
vor Feinden, die über die Insel zogen.
Die Friesen sicher und in Frieden wohnten,
da sie die Riesen immer reichlich belohnten.
Vor vielen tausend Jahren hatt‘
bei Keitum südwärts dicht am Watt
der Sage nach Tipken, der Wächterriese,
dort seinen Wachtturm auf der Wiese.
Tapfer starb – man muss es erwähnen –
Tipken im Kampf gegen die Dänen.
Neben dem Turm – so die Legende berichtet –
wurde ein Hügelgrab über ihm errichtet.
An diesem Hügel kam, so berichtet die Mär,
eines Tages ein Bauer des Weges daher.
Er hörte laut schallend an jenem Platz,
eine Stimme: „Hier findest du einen Schatz“
Als der Bauer neugierig zu graben begann,
da hub scheußliches Hohngelächter an.
Entsetzt lief er davon und behauptete dreist,
genarrt habe ihn dort des Tipkens Geist.
Die Bronzezeit ist nun schon sehr lange her,
gar einen Schatz gibt es in dem Hügel nicht mehr.
Mit Glück findet man vielleicht ein paar Scherben.
Auch von Riesen bleibt nicht viel, wenn sie sterben.
Harhoog ist ein Hünenbett aus der Jungsteinzeit,
das man ganz in der Nähe sieht – gar nicht so weit –
vor fünf tausend Jahren aus Megalithen errichtet,
doch zunächst nicht hier aufeinander geschichtet.
Die riesigen Findlinge stehen dort
nicht mehr an ihrem Original-Standort.
Als Sylt seinen Airport größer machte,
man das Steingrab an’s Watt zu Tipken brachte.
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